Desinteresse aus Prinzip.

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“Ihr dürft mich nie unterschätzen, denn wenn ihr das tut, werd ich immer extra einen drauf setzen.”

Wenn du in all den Jahren voller Glück und Unglück, Hoffnung und Verzweiflung, Vertrauen und Angst, Zuversicht und Seufzen, Lachen und Schmerz, Lieben und Leben eines gelernt hast, dann dass du eines im Grunde die ganze Zeit über warst – mutig.
Mutig genug, trotz aller kleinerer und grösserer Rückschläge, emotionaler Felsstürze, alltäglicher Falltüren, vergossener Tränen und unzähliger Stolperer immer und immer wieder aufzustehen, dir trotzig den Schmutz von Händen und Knien zu klopfen, tief einzuatmen und einfach weiterzumachen.

“Desinteresse ist die größte Provokation.”

Auch wenn »einfach« nicht selten das Schwerste ist. Eigentlich gerade deswegen. Und weil sowas wie Mut eben nicht immer bloss grosse, laute Taten meint, sondern um einiges häufiger das still und leise eingegangene Wagnis eines neuen Versuchs.
Was soll ich dir sagen, wenn du dich mal wieder ausheulst über das oh, so ungerechte Leben, das oh, so in-der-spätsommerlichen-Mittagssonne-vor-sich-hindampfende-Hundekacke schwer ist? Emotionale Tiefdruckgebiete sind hin und wieder einfach da, ob wir wollen oder nicht. Sie schleichen sich hinterrücks an wie unerwartete Schockmomente im Kino, sie warten geduldig in der nahen Zukunft wie die Resultate einer verpatzten Prüfung, sie prasseln von jetzt auf gleich auf einen nieder wie Platzregen während einem romantischen Picknick im Grünen. Ja, das ist bisweilen ganz schön mühsam und nein, immer nur Spaß macht es so bei Weitem nicht, du hast recht.
Sag, woher nimmst du sie eigentlich – deine Überzeugung, dass alles besser sein sollte, leichter, pastellfarbener, bequemer als es ist? Weshalb scheint dein Glas immer nur halbvoll, egal zu welcher Tageszeit man hineinblickt, egal was du trinkst und ob überhaupt? Hast du dir schonmal ernsthaft, bildhaft, wahrhaft Gedanken darüber gemacht, dass dein andauernder Jammer womöglich weniger auf all den tatsächlichen Übeln dieser Welt und des Lebens heißen könnte, als vielmehr in deiner Einstellung dazu?
Deiner Prinzessin-auf-der-(leider-nicht-Kicher-)Erbse-Einstellung, die das Leben als nie und nimmer gut genug ansieht, da man schließlich immer irgendein Haar in der Suppe findet, wenn
man es denn verbissen 15878705_1756788164641173_753858168_nsucht. Will ich damit sagen, du hättest keine Probleme, keine Sorgen und Nöte, die dir nahe gehen, dich fordern und bisweilen berechtigterweise runterziehen? Was ich dir aber gerne einmal laut und deutlich ins Gesicht sagen würde, ist, dass zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach der einfachste Weg längst nicht immer jener sein muss, der geradewegs zum großen Glück führt. Und dass, darüber hinaus, das »Glück« – ich nenne es auch gerne Zufriedenheit – dir erwartungsgemäß weder jetzt noch zukünftig geduldig hinterherrennen wird, während du mit beiden Händen vor den Augen im Zickzack vor ihm davon rennst und dabei ebenso lauthals wie verzweifelt nach ihm rufst. So manches ist auch gut, wenn längst nicht alles rundherum perfekt ist.

Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.

Hast du das gewusst? Man könnte zumindest so aufmerksam durch die Tage, Wochen und Jahre gehen, dass man nicht andauernd nur auf das eigene, halb leer scheinende Glas starrt und sich deswegen grämt, während das Leben und all das kleine große Glück darin leise flüsternd, wehmütig lächelnd und unbemerkt an einem vorbeizieht. Gefällt nicht, na und? Es gibt jene, die können einen nicht hören, weder klar sehen noch verstehen. Nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es nunmal einfach so ist, es nicht passt, nicht rund läuft, nicht harmoniert. An und für sich ist das nicht weiter tragisch, kein Weltuntergang, ja noch nicht einmal der Rede wert. Wir sind uns alle so ähnlich und zur selben Zeit ist jede und jeder von uns eine/r wie keine/r – entsprechend scheint es auch völlig plausibel, dass wir uns nicht alle gleich gut verstehen, schätzen und mögen.
Ein Problem wird diese Tatsache für jene, die sie nicht akzeptieren wollen oder können. Jene Unglücklichen, an denen der Zweifel nagt, deren Selbstbewusstsein zu bröckeln beginnt, sobald sie darum wissen (oftmals lediglich ahnen), nicht ausnahmslos allen zu gefallen. Es gibt wohl nichts auf dieser Welt, das ttsächlich von allen geschätzt wird. Die einen mögen Sonnenschein, die anderen Regen, manche essen gerne Reis, andere lieber Kartoffeln. Während man gewissen Menschen mit Blumen eine Freude machen kann, interessieren sich andere viel mehr für Bücher. Und während die einen es lieben, zu sphärisch-elektronischen Klängen zu tanzen, bevorzugen die anderen laut verzerrte Gi15878767_1756788161307840_1636186329_ntarren oder nochmals andere experimentellen Jazz. Geschmäcker sind verschieden – bei nahezu allem. Wie erklärt es sich da, dass manch eine und einer den eigenen (oft unbewussten) Anspruch hegt, allen gefallen zu wollen? Es mögen noch nicht einmal alle Menschen Apfelkuchen mit Vanillecrème (whaaaaaat?!?), aber mich soll bitteschön jede und jeder auf diesem verdammten Planeten lieben?

Wir können also auch weiterhin an überzogenen Idealen und unerreichbaren Zielen festhalten und uns damit ganz schön unglücklich machen – oder wir versuchen zu verstehen, wirklich zu verstehen, dass die Tatsache, dass wir nicht von jedem und jeder gemocht werden, keineswegs bedeutet, dass wir nicht genug (hübsch, nett, intelligent, fähig, liebenswert…) sind. In der Regel hat das alles nämlich wenig mit uns selbst zu tun und viel mit der subjektiven Präferenz jener, denen wir nicht passen. Manche mögen nun mal keine Nussschokolade. Das heisst noch lange nicht, dass die Schokolade nicht mit den besten Zutaten hergestellt wurde, samtweich auf der Zunge zergeht und für wiederum andere ein kleines und feines Stück vom Himmel ist. Es gab Zeiten, da wolltest du ganz einfach verschwinden. Nicht mit grossem Tamtam, über Nacht ausgerissen und weggelaufen, sondern still und leise, sodass es im besten aller Fälle gar nicht erst irgendwer merkt.

So manches ist auch gut, wenn längst nicht alles rundherum perfekt ist.

Mehrfach hast du es versucht, mehrfach wäre es dir beinahe gelungen. Beinahe. Mit dem Verschwinden – ob nun Knall auf Fall oder nach und nach – verhält es sich nämlich so, dass früher oder später immer eine Entscheidung fällig wird. Eine endgültige.
Und mal ganz davon abgesehen, dass du dich seit jeher schwer tust mit Entscheidungen aller Art – und endgültigen somit erst recht – ist es irgendwie doch auch ganz schön feige, das heimliche, still und leise Verschwinden. Nicht, dass es sich schöner anfühlt, ganz und gar hier zu sein. Hier mit Bestand, hier mit Gewicht. Tut es nicht. Zumindest noch nicht. Ja, das klingt gut. Noch nicht lässt Luft und Raum für mehr. Als. Das. Alles. Hier.
Mit einem »Noch nicht« im Kopf stehst du morgens viel eher auf  und stürzt dich mutig in die bisweilen schier absurden Ausmasse des jeweiligen Tages. Ein »Noch nicht« lässt dich knapp an der Verzweiflung vorbeischrammen, statt haltlos darin zu ertrinken, jedes Mal aufs Neue, da du dir deiner Präsenz und Kontur auf einmal ach so schmerzlich bewusst wirst. »Noch nicht« lässt prinzipiell offen, was werden soll und vielleicht noch sein wird – und nimmt dich dennoch vorsichtig aber bestimmt an der Hand und im behäbigen Gehschritt mit. Weg vom ewigen Zehren, allem haltlos verzweifelten Wunsch nach Verschwinden, hinfort vom Kontrollwahn eines Lebens, dass es so schlicht nicht geben kann. Nicht auf Dauer. Dein ganz persönliches »Noch nicht« pflastert einen Weg hinaus ins Leben und Schritt für Schritt auch hin zu dir selbst. Alles, was du tun musst, ist ihn gehen. Über Schotter und Kies, durch Schmutz und Dreck. …aber das wirst du, ja?

“Psychische Krankheiten gehen nicht einfach weg wie husten.”

Du musst wissen, es gibt unendlich viele Dinge im Leben die dich runterziehen werden. Die dir hwehtun werden. Menschen, die grundlos dein Leben verlassen und Menschen, die dir das Gefühl geben, dass du der Grund dafür bist, dass sie gehen. Da gibt es Liebe, die nicht erwidert wird oder Eltern, die nie für dich da waren. Freundschaften die wegen Nichts in die Brüche gingen. Menschen, die sich von dir entfernen und Menschen, die dich verletzen, weil sie ihre Worte nicht ernst nehmen. Um das zu verstehen und zu akzeptieren lässt du unendlich viel Zeit verstreichen. So viele Momente verpasst man, weil man traurig ist. Weil etwas fehlt. Weil etwas zu viel ist. Weil die Dinge einem über den Kopf wachsen. Weil man nach Antworten sucht und einfach nicht mehr weiter weiß. So viele Dinge passieren und du fragst dich unentwegt warum. Ich glaube wir brauchen diese Form von Schmerz in unserem Leben um die guten Dinge mehr wert zu schätzen. Du bist zwar am Boden zerstört aber werden die guten Dinge, die noch da sind dadurch automatisch wertlos? Du solltest deinen Fokus nicht auf die Enttäuschungen und das Unglück, welches dir widerfahren ist, legen. Wir müssen mit beiden Augen sehen. Das Gute und das Schlechte. Das Schlechte im Guten und das Gute im Schlechten.”

“Arschkriechen gehört nicht zu meiner Charaktereigenschaft.”
Irgendwann in deinem Leben kommst du an den Punkt, wo du Entscheidungen treffen musst. Der Punkt, wo du einsehen musst, dass Menschen sich ändern, das Mühe nicht immer belohnt und Dinge, die einen riesigen Aufwand gekostet haben, sich nicht immer auszahlen. Das Leben ist nicht immer fair, mit Sicherheit nicht. Wir überqueren die größten Ozeane aus Stolz für einen Menschen, um uns zu entschuldigen und ihm die Hand zu reichen und werden zurückgewiesen. Wir stecken so viel Energie und Kraft in unsere Beziehungen und werden abgewiesen oder verlassen. Wir versuchen alles mögliche, um den Kontakt zu alten Freunden zu halten und sie melden sich einfach nicht mehr. Wir stellen unsere Ernährung um, treiben Sport, alles, um anderen zu gefallen. Aber schlemmt man einmal in Gegenwart eines Anderen, sind wir disziplinlos und schwach. Wir könnten der “Versuchung” nicht widerstehen. Verlassen wir den Partner, der uns gedemütigt und über Monate unglücklich gemacht hat, sind wir egoistisch und schwach, weil wir die Beziehung nicht aufarbeiten. Wir sind rücksichtslos, weil der Partner, der eigentlich der Grund war, dass wir nicht mehr weiter wussten, als diese Beziehung zu beenden, uns doch angeblich so viel Liebe entgegen gebracht hat. Nehmen wir uns Zeit für unsere Freunde, haben wir zu wenig Zeit für den Freund oder die Freundin. Andersrum ist es genauso verkehrt. Sind wir etwas mollig, gelten wir gleich als fett, nehmen wir ab, sind wir magersüchtig. Folgen wir nicht gleich jedem Trend sind wir “von gestern” und unattraktiv. Haben wir als Frau keine 90-60-90 sind wir gleich zu dick, als Mann keinen Sixpack zu haben ist beinahe schon peinlich, weil nur Menschen, die schön sind wissen, was Erfolg ist. Sind wir ständig am Arbeiten sind wir Workaholics, arbeiten wir wenig, sind wir faul. Triffst du deine eigenen Entscheidungen, bist du unvernünftig, weil du keine anderen Meinungen einholst – Bittest du andere um Rat und Hilfe und nimmst diese an, hast du kein Rückrat. Betrinkst du dich auf einer Feier, bist du peinlich, bleibst du nüchtern bist die ein Spielverderber und langweilig. Egal, was wir versuchen, wie viel Aufwand und Bemühung hinter unseren Intentionen steckt, es ist nie genug. Irgendwer wird dich immer kritisieren, irgendwer wird immer deine Ecken und Kanten finden. Irgendwer wird dir immer sagen, dass du es zu nichts gebracht hast. Aber das Leben ist nicht immer schwarz und weiß, gut und schlecht. Es ist auch grau – Es gibt Höhen UND Tiefen, es gibt Phasen, die dazwischen liegen. Es ist egal, was andere sagen, wie sie dich beeinflussen und versuchen, dich von deinen Zielen abzubringen. Wichtig ist, dass DU dir nichts einreden lässt, dich nicht kleinreden lässt. Dass du aufhörst, es alles Recht machen zu wollen. Denn das ist unmöglich. Was ich dir aber gerne einmal laut und deutlich ins Gesicht sagen würde, ist, dass zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach der einfachste Weg längst nicht immer jener sein muss, der geradewegs zum großen Glück führt.

 

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“Mach das was dir gefällt und hör nicht auf andere. Meistens sind sie einfach nur neidisch auf das was du machst.”

 

>>July<<

Desinteresse aus Prinzip.

Die Maske fällt.

 

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Angst sind die stärksten Fesseln im Leben. 


Ich werde nicht ohnmächtig. Ich bekomme nur keine Luft, weil es so heiß und stickig ist. Mir ist nur schwindelig, wegen der Reizüberflutung. Mein Herz schlägt nur so schnell, weil es glaubt, die Situation sei gefährlich. Aber es ist nichts. Mir passiert nichts. Es ist alles gut. Mein Kopf pocht und schmerzt. Mir wird übel. Tränen schießen mir in die Augen. Alles kribbelt. Meine Gelenke schreien vor Schmerz. Bilder drehen sich in meinem Kopf. Ich habe das Gefühl ich muss mich übergeben. Meine Füße sind plötzlich eiskalt. In meinen Zähnen summt es. Jetzt läuft eine Träne die Wange hinunter. Meine Hände umfassen meine Ohren, als wollte ich die Welt nicht mehr hören. Das Problem ist, die Stimmen sind in meinem Kopf und sie streiten viel zu laut um sie übertönen zu können. Ich scheine mich wie durch Pudding zu bewegen, ich bin unendlich langsam, alles rast an mir vorbei. Mein Kopf fährt Zug. Es ist dieser Moment, auf den ich jede Nacht zuarbeite, der mich ironischerweise wachhält. Und innerlich zu jubilieren. Laut loszulachen. Der Bann ist gebrochen, meine Starre hat sich in Endorphine aufgelöst und ich drehe mich um, auf der Suche nach dem Ursprung des Problems. Es gibt ihn nicht. Wahrscheinlich hat mein Gehirn nur eine logische Erklärung für meine Panik gesucht. Die Frage ist, mit wie vielen Medikamenten ihr mich noch vollstopfen wollt, bis ihr merkt, dass kleine weiße Pillen keine Liebe ersetzen und genauso wenig Erinnerungen löschen.

 

Jedes Erlebnis beeinflusste jede Entscheidung – und wenn es um traumatische Erlebnisse ging, nahm die Vergangenheit in der Gegenwart fast allen Raum ein.

 

Ich sitze auf dem Bett und starre die weiße Wand, mir gegenüber, an. Einfach so. Ohne ersichtlichen Grund.
 Noch vor ein paar Stunden hatte ich einen relativ guten Tag. Ich habe es sogar geschafft mal wieder frei zu lachen und gewisse Dinge aus meinem Kopf zu verbannen.
 

20158559_1872911866362135_1287762504_nDoch von einer Sekunde auf die andere überfällt mich wieder das grauenvolle Gefühl der Leere und des Schmerzes. Es gab keinen Auslöser für diesen plötzlichen Gefühlsumschwung. Es passierte einfach.
 Das geschieht zwar sehr oft, aber bis heute habe ich noch keine Erklärung für dieses Verhalten gefunden.
 Also sitze ich da. Stundenlang. Nicht in der Lage mich zu bewegen, da alle negativen Gedanken und Emotionen, die ich wenigstens für eine Weile aussperren konnte, mich wie ein gigantischer Tsunami erfassen und zu Boden drücken. Der Druck auf meiner Brust ist so groß, dass mir das Atmen schwerer fällt als es eigentlich sollte.
 Und obwohl der Tag eigentlich gut verlaufen ist, bin ich dennoch nicht im Stande, etwas Anderes als den Schmerz​ und die Leere zu spüren. Ich bin nicht in der Lage mir die schönen Momente des Tages ins Gedächtnis zu rufen, da sich dort wieder die Dinge eingenistet haben die ich kurzzeitig verbannen konnte.
 Ich kann bloß hier sitzen und warten bis es wieder erträglicher wird.

 

 
Diese kleinen Panikattacken, die niemand sieht. Das Zittern der Hände, die leeren Augen, die kaputten Lippen, die nervösen Bewegungen, das Luftanhalten, um ja nicht zu schreien. Die Momente, wo die Angst dich erdrückt und du nicht mehr atmen kannst.
Das traurige an psychischen Krankheiten ist, dass sie dem Mensch komplett verändern. Meistens nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch die Menschen, die ihm Nahe stehen.
 Egal wie gut man es am Anfang verstecken kann. Bei jedem kommt der Punkt, an dem er den innerlichen Druck nicht mehr aushält. Der erste Zusammenbruch. Stück für Stück geht die Seele kaputt. Es geht einfach nicht mehr. Man muss reden, man braucht Hilfe. Niemand hört zu, niemand versteht es. Man zieht sich zurück, bleibt in seinem Zimmer. Es ist unmöglich die Krankheit noch zu verstecken und vor irgendwem geheim zu halten.. Klar sehen sie es, aber das heißt noch lange nicht, dass sie es nur ansatzweise verstehen. Freunde und Familie machen sich fürchterliche Vorwürfe, nicht genug da gewesen zu sein. Nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt haben. Selbst wenn man für sie so tut, als ob alles gut wäre, weiß man ganz genau, dass es nicht besser wird und schon gar nicht wieder gut. Psychische Krankheiten verändern das ganze Leben und manchmal sogar mehr als eins. Sie verschwinden nicht so schnell wie eine Grippe. Sie nehmen dir alles und sie bleiben.

Ich fühle mich wie eine Marionette, deren Fäden du in der Hand hast. Du kannst alles mit mir machen, und ich bin zu schwach um mich zu wehren.

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Es hat mich viel eher wie durch einen spontanen Impuls bewegt, mich hinzusetzen und Worte aufzuschreiben, als dass ich großartig lange darüber nachgedacht habe diesem Blog ein paar Fetzen Sprache zu geben. Ich habe mich nie mehr von unsichtbaren, unbenennbaren Dingen ausgeraubt gefühlt, was das Innenleben meines Kopfes und meinerSeele anbelangt. Es ist doch verrückt, wie man sich über seine Jugend hinweg, über sein Leben so die späteren Fundament Steine seiner Persönlichkeit erarbeitet, irgendwann vielleicht sogar so etwas zusammengebastelt bekommt, was sich so anfühlt als sei man im Reinen mit sich selbst und gar nicht mal mehr allzu sehr sein eigener ewig größter Feind. Und kaum ruht man sich zwei Minuten auf diesem Luxus aus steht man auf sinkendem Schiff.

Ich habe mein Leben lang mit meinen hinterlistigen Schein-Freunden Depression und Panikattacken zu tun. Oftmals ist diese Welt auch ein Stück weit sogar Komfort-Zone und es ist nur zu einfach, zu glauben die Dinge seien nun für immer so und was sollte einen auch jemals wieder heile machen? Es gab die letzten Jahre immer wieder Phasen die mich haben denken lassen, so schlimm wäre es noch nie gewesen und wenn das Fass jetzt nicht überläuft, weiß ich nicht einmal, warum und wie ich das überstanden habe. Ich glaube bis heute, dass Depressionen für viele Menschen theatralische Fantasieprodukte sind, nicht greifbar und oftmals mit Betrübtheit in einen Raum geworfene Übertreibungen.

Die Nähe zu Menschen zu suchen, die einem, nun ja, eben am nächsten sind und sich von Freundschaft und Liebe wieder auf die Beine helfen zu lassen. Die meiste Zeit des Jahres habe ich mich schwächer denn je gefühlt und so als sei es nur ein noch größeres Zeichen von Schwäche, die Arme nach zwischenmenschlichem Kontakt auszustrecken. Meine Schlaflosigkeit hat es noch nie zuvor mehr bis an die Spitze getrieben, noch nie habe ich regelmäßig drei Nächte am Stück Schlaf verloren, weil mich trotz jeder absoluten körperlichen und mentalen Übermüdung meine Angstzustände einfach nicht haben ruhen lassen. Noch nie hat mich meine Unzufriedenheit zynischer und verbitterter gemacht und noch nie habe ich all meinen Verstand und meine Kraft zusammengerissen und versucht all diesem Bullshit ein Hindernis in den Weg zu stellen, damit ich nur irgendwie wieder anfangen konnte, wieder ich selbst zu werden.

 

20134526_1872911846362137_1048467140_nAm Anfang versucht man mit jemandem über das, was in einem vorgeht und einen quält, zusprechen, doch zu hören bekommt man nur:„ Das ist nicht so schlimm. Jeder hat mal schlechte Zeiten, aber das geht wieder vorbei.“
 Man wartet also. Darauf das diese “schlechte Zeit“ endlich wieder vorbei geht, aber irgendwie wird es von Tag zu Tag schlimmer. Die negativen Gedanken und Emotionen treiben ein zur puren Verzweiflung und man versucht erneut sich jemandem zu öffnen. Aber auch diese Person nimmt das nicht so ernst und meint :„Mach nicht so ein Drama daraus. So schlimm kann es gar nicht sein, wenn du immer noch lachen kannst. “ 
Immer und immer wieder versucht man mit jemandem zu reden, aber niemand versteht wirklich was in einem vorgeht. Wie sehr die eigenen Gedanken und Gefühle einen zerstörten können, also gibt man auf. 
Von niemandem ernst genommen entschließt man sich dazu einfach nicht mehr darüber zu sprechen. Wieso auch? Darüber zu reden macht alles nur noch schlimmer und das ist wirklich das letzte was man im Moment gebrauchen kann. Man verstummt immer mehr und mehr. Der quälende Schmerz, die Leere und die eigenen Gedanken haben so viel in den dunklen Abgrund gerissen, dass nur noch eine leere Hülle übrig ist. Kalt, leer und stumm.

“Wenn das Herz zerreißt, die Seele vereist, wenn du am Abgrund stehst, erst dann weißt du wie es mir geht.”

Es sind diese Momente. Diese Phasen. In denen mir klar wird. Ganz klar und deutlich. Zu was ein Mensch fähig sein kann. Wie groß Willensstärke sein kann. Wie stark Lebenslust sein kann. Wie zerbrechlich ein Mensch sein kann. Und wenig später. Nach einem Moment der Schwäche. Erneut Stärke zeigen kann. Kampfgeist. Und Lebenshunger. Ja sogar Humor.Wie ein Mensch sich abends voller Angst und Traurigkeit ins Bett legen kann. Und am nächsten Morgen nach einer fast schlaflosen Nacht. Aufsteht. Und da weiter macht. Wo man aufgehört hat. Da weiter kämpft. Wo man am Tag zuvor wieder mal aufs Neue zerbrochen ist. Weil man möchte ja doch etwas erleben. Solange man es noch kann. Man möchte egal wie bitter und unfair alles ist. Am Leben teilhaben. Es sind diese Momente. Diese Phasen. In denen ich geflasht bin. Überwältigt bin. Von mir selbst. Von all denen. Die am nächsten Tag aufstehen. Und weiter machen. Wieder stark sind. Es ist mir ganz wichtig für ein paar Momente wie ich sitze und schreibe, offen darüber zu sprechen, was mich bewegt oder was nun eben ausgelöst hat. Dass ich, glaube ich, ein paar Jahre lang genug auffassen konnte, wie in dieser schwachsinnigen Scheinwelt, aber um Himmels Willen bloß bitte nicht über Banalitäten wie diese gesprochen werden. Und tut man es doch, wird alles und jeder in unmittelbarer Nähe in kürzester Zeit nervös und die Dinge werden schnell mit dem nächsten oberflächlichen Gerede überkompensiert.

20117333_1872911859695469_1583444764_nIch weiß du bist immer da. Und du wirst auch immer bleiben. Aber ich habe trotzdem ein Leben. Ich habe jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute. Für mich. Du nimmst mir eine Menge. Du gibst mir aber auch eine Menge. Das soll nicht heißen, dass ich dir deswegen dankbar bin. Niemals werde ich das sein. Aber ich genieße jeden Moment. Jede Sekunde. Vielleicht mehr als andere es tun. Weil ich es kann. Das wirst du mir – solange ich atme – nicht nehmen können. Auch wenn du mich in die Knie zwingst. Wenn du mich nachts nicht schlafen lässt. Wenn du mir 24/7 Schmerzen bereitest. Wenn du mir Panik und Heul Attacken bescherst. Weil ich ganz und gar nicht mehr stark bin. Sondern schwach und müde. Wenn ich eigentlich keine Lust mehr habe. Wenn du dafür sorgst, dass Menschen, Freunde, sich von mir abwenden. „Weil sie damit nicht klarkommen“. Nicht wissen, wie man mit mir umgeht.

Dieser traurige Moment, wenn dein Herz dir zuflüstert: „Können wir bitte kurz aufhören stark zu sein? Ich kann echt nicht mehr.“

Es werden Tage kommen, an denen dir alles zu viel wird. Du wirst schreien und weinen und mit der Faust gegen die Wand schlagen, weil du so verzweifelt bist. Vielleicht siehst du es noch nicht. Aber es werden auch Tage kommen, an denen du schreien könntest, weil du so unbeschreiblich glücklich bist. Tage, die dir zeigen, wieso du nicht aufgegeben hast. Bessere Tage sind auf dem Weg. Ich bin wahnsinnig froh, dass sich dieses Jahr besser anfühlt und ich langsam wieder auf dem Weg bin, mein eigentliches hoffnungsvolles Ich wiederzufinden. Am Ende des Tages bleibt uns allen unsere Menschlichkeit. Angstzustände und Depressionen sind reale Dinge, mit denen sich zu viele Menschen alleine gelassen fühlen. Du bist nicht allein und es ist wichtig, es mit ein bisschen Geduld und jeden Tag ein bisschen mehr Selbstakzeptanz anzunehmen, dass nichts davon definiert wer du bist, auch wenn es eine gewisse Zeit lang aus dir heraus  saugt, was du in deinem Herzen trägst und was du dir erarbeitet hast. Die beschissensten Monate und selbst die schlimmsten Jahre gehen irgendwann zu Ende und alles was zählt, ist, dass du durchgehalten hast, bis hier her.

Wir haben keine Kontrolle darüber was uns geschieht in unserem Leben, wir haben aber Kontrolle darüber was wir daraus machen, wie wir damit umgehen und was wir daraus lernen. Jede Erfahrung, egal wie negativ sie auch sein mag, kann uns immer helfen. Wenn dir etwas Schlechtes passiert kannst du entweder darin versinken oder daraus empor steigen und Stärke gewinnen. Das ist definitiv eine Entscheidung, die man selbst treffen kann.

 

Man muss sich seinen Ängsten stellen, um sie los zu werden.

 

>>July<<

Die Maske fällt.

Was ist das zwischen uns?

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Zu viel Stress.
Zu viel Schmerz.
zu viel Druck.

Dieses Jahr bestand nur aus tausend schmerzhaften Momenten. Aus unzähligen Enttäuschungen und schlaflosen Nächten, aus Freunden, die gar keine waren und aus Menschen, die einen fallen gelassen haben, aus hoffnungsloser Liebe und unerwiderten Gefühlen, aus gebrochenen Herzen und Nervenzusammenbrüchen, aus Wut, Trauer und Hass, aus endlosen Kämpfen mit sich selbst und Minderwertigkeitskomplexen, aus tausenden Fragen, auf die man nie eine Antwort bekam und aus dem verzweifelten Suchen, die Antwort doch noch zu bekommen, aus Kontaktabbrüchen und Ignorieren, aus Momenten, in denen man seinen Traum aufgeben musste, weil es nicht anders ging, aus Schuldgefühlen und Selbsthass, aus schwachen Momenten und innerlichem Zerbrechen, aus verheulten Augen und zitterndem Körper, aus gebrochenem Vertrauen und verlorener Hoffnung, aus Momenten voller Verzweiflung und Angst, aus dem17496339_1802509313402391_801484607_n ständigen Kämpfen um Freundschaften und Beziehungen, aus den Momenten des allein seins und der Einsamkeit, aus unzähligen Worten, die keine Bedeutung hatten und Versprechen, die gebrochen wurden, aus Streitereien und unnötigen Diskussionen, aus Menschen, die einen ausgenutzt und verarscht haben, aus verspielten Chancen und verschenkter Zeit, aus verlorenen Werten und Prinzipien, die aufgegeben wurden, aus gespielter Nettigkeit und heuchlerischem Verhalten, aus kalten Nächten und kalten Herzen, aus der schmerzhaften Leere, die Personen hinterlassen haben und aus Löchern im Herzen, die niemals zuwachsen werden, aus Liebeskummer und verlorenen Freundschaften, aus Vermissen und Sehnsucht, aus zerbrochenen Welten und Scherben des Lebens.
Dieses Jahr bestand nur aus tausend schmerzhaften Momenten.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich so sehr in einen Menschen verlieben kann. Niemals hätte ich gedacht, dass jemand mich und meine Macken so gut kennt und trotzdem bei mir bleibt. Liebe tut weh, auch wenn man glücklich ist. Jeder Abschied tut weh, jeder Kuss, weil er so schön ist und jede Umarmung, aus Angst, dass es die letzte ist. Die wirklich große Liebe schmerzt, denn sie berührt einen tief im Herzen, doch genau diese Liebe ist das schönste Gefühl.

Das mit dir hat mich geprägt.

 

Am Anfang sind wir alle wasserdicht, aber dann passieren Dinge. Leute verlassen uns, lieben uns nicht, verstehen uns nicht, oder wir verstehen sie nicht und wir verlieren, scheitern und tun einander weh. Und so bekommen wir Risse. Als Kind habe ich nie einen Gedanken verschwendet, dass es mir mal psychisch so schlecht gehen wird. Mit einem Mal spürte ich eine schmerzhafte Leere in mir. Wie seltsam, da17496166_1802509300069059_1206232404_ns Leere so wehtun konnte. Es ist, als ob wir leiden und wir unseren Schmerz nicht zeigen dürfen, damit sich niemand unwohl fühlt. Und in Wahrheit versinke ich jeden Abend aufs neue in Tränen.

Wir können froh sein, dass wir unsere Fantasie haben. Es gibt Tage, da brauchen wir ganz dringend schöne Gedanken um mit der Wirklichkeit fertig zu werden, oder um in die Wirklichkeit zurück zu finden. Und auch wenn man kein Experte für Fantasie und Witzigkeit ist, tief in uns allen gibt es eine Gabe. Die Gabe Andere zu inspirieren. Ihnen Kraft und Hoffnung zu schenken. Damit können wir fast alles überstehen.

Zu sehen, wie sich ein geliebter Mensch immer und immer weiter entfernt, kann sogar den stärksten Menschen auf die Knie fallen lassen.

Aber manchmal nutzt uns das alles nichts. Die Fantasie hilft nicht auf Dauer, denn der Schmerz liegt im Augenblick Doch was bringen mir Gefühle, die mich immer weiter von mir selbst entfernen? Ich verstehe mein eigenes Muster nicht. Ich verstehe nicht, wie ich mich jedes Mal so vergessen kann, während ich mich immer stärker in die Liebe fallen lasse. Wie können andere Menschen nur durch ein Gefühl solche Macht auf mich ausüben, wie kann ich so nachgeben, mich so klein machen, obwohl ich so ein starker Mensch bin und mein sehnlichster Wunsch ist, unabhängig zu sein. Wann verwandelt sich diese junge unabhängige Frau, in ein kleines, nichts sagendes Mäuschen? Ab wann kommt dieser Punkt in meinem Kopf, dieser Schalter der umgelegt und der Knopf gedrückt wird? Warum bin ich für das was ich liebe nur so aufopferungsvoll? Was habe ich davon, außer Schmerzen, außer Hoffnungen, falsche Erwartungen, es grenzt schon an Erpressung, was ich sehnlichst versuche zu geben. Immer geben, nie nehmen, immer austeilen, nie einstecken, immer groß und weit denken und dann immer tiefer sinken, weil zu hoch geflogen. Doch was bringen mir Gefühle, die mich immer weiter von mir selbst entfernen?

Am Ende geht’s nur darum, wie viel du einstecken kannst, bevor du zusammen brichst.

Ich verstehe mein eigenes Muster nicht. Ich verstehe nicht, wie ich mich jedes Mal so vergessen kann, während ich mich immer stärker in die Liebe fallen lasse. Wie können andere Menschen nur durch ein Gefühl solche17467582_1802509293402393_1605183222_n Macht auf mich ausüben, wie kann ich so nachgeben, mich so klein machen, obwohl ich so ein starker Mensch bin und mein sehnlichster Wunsch ist, unabhängig zu sein. Wann verwandelt sich diese junge unabhängige Frau, in ein kleines, nichts sagendes Mäuschen? Ab wann kommt dieser Punkt in meinem Kopf, dieser Schalter der umgelegt und der Knopf gedrückt wird? Warum bin ich für das was ich liebe nur so aufopferungsvoll? Was habe ich davon, außer Schmerzen, außer Hoffnungen, falsche Erwartungen. Es grenzt schon an Erpressung, was ich sehnlichst versuche zu geben. Immer geben, nie nehmen, immer austeilen, nie einstecken, immer groß und weit denken und dann immer tiefer sinken, weil zu hoch geflogen.

Wie viel Zeit verbringst du damit, über Sachen nachzudenken, die du nicht mehr ändern kannst?

Ist es nicht so, wir machen aus den kleinsten Versprechen die größten Hoffnungen, schmieden heimlich Pläne, die wir nie umsetzen werden und malen uns Gespräche aus, die wir nie führen werden. Wir sagen nie genau das, was wir denken, aus Angst, unser Gegenüber könnte nicht das gleiche fühlen. Gleichzeitig klammern wir uns, verzweifelt am jeden Grashalm und hoffen, dass es doch anders kommt, als wir es gewohnt sind. Wir würden so gerne so unendlich viel loswerden, aber anstatt das zu tun, verkriechen wir uns und hoffen, dass der Mensch, für den unser Herz schlägt, trotzdem Bescheid weiß. Wir sind gehemmt von der Angst, nicht gut genug zu sein, für den Menschen, den wir lieben und pressen uns in ein Kostüm, um ihm dennoch zu gefallen. Dabei vergessen wir uns völlig selbst. Wir suchen nach Antworten in Nachrichten, zuletzt onlines und Status updates und vergessen völlig, wie der Mensch sich gibt, wenn er in unseren Armen liegt.

Wir machen es uns schwer, weil wir wissen, wie selten es geworden ist, wirklich glücklich zu sein. Wir vermissen den Menschen, der vor uns steht, weil wir mit der Zeit ein völlig falsches Bild von ihm bekommen haben, welches wir uns voller Enttäuschung über banale Dinge selbst einreden. Wir fühlen uns missverstanden, schlecht behandelt und tun selbst nichts dagegen, außer warten. Warten auf Nachrichten. Warten, dass er online war. Warten auf eine Begegnung durch Zufall. Wir warten auf antworten, aus Angst, Fragen zu stellen und hören uns deswegen die skurrilsten Gerüchte an, fangen an sie zu glauben und 17496117_1802509326735723_248213702_nsind deshalb von einigen Menschen enttäuscht. Warum fangen wir nicht ehrlich damit an, ehrlich zu sagen, was wir fühlen? Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Gefühle werden nicht erwidert? Ein Versuch war es wert. Wir sollen aufhören, immer nur Rücksicht auf andere zu nehmen und anfangen, auch mal an uns selbst zu denken. An uns selbst zu glauben. Aufhören zu hoffen, sondern anfangen zu machen! Wir sollten aufhören zu denken, dass wir nicht gut genug sind und anfangen, uns zu mögen, so, wie wir sind.

Du wirst denken dass der Schmerz nie aufhört, aber das wird er. Du musst ihn nur erst zulassen. Drück ihn nicht weg. Er ist viel größer als du. Lass dich fallen, als ob du ertrinkst. Aber irgendwann, wirst du anfangen zu schwimmen. Dann wird jeder Atemzug um den du kämpfst dich stärker machen. Und ich verspreche dir, du schaffst das.

>>July<<

Was ist das zwischen uns?

Was bleibt wenn du gehst?

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Wenn du denkst die Antworten zu kennen, stellt das Universum neue Fragen.

Es war nicht „mein“ Jahr. Aber es war ein Jahr. Wieder ist ein Jahr vorbei. Und ich bin noch hier. Am Leben. Dieses Jahr war beschissen. Dieses Jahr war gut. Es hatte Tiefen. Es hatte Höhen. Dieses Jahr passierte so intensiv. Und geht so schonungslos zu Ende. Dass keine best-moments-of-instagram-Funktion es schafft dem gerecht zu werden. Weil ich noch jeden einzelnen Tag im Kopf habe. Leute sind gegangen. Leute sind gekommen. Und für all die, die gekommen und geblieben sind, bin ich so sehr dankbar. Viele Menschen sind wichtig geworden. Sehr wichtig. Es geht mir nicht gut. Es geht mir aber auch nicht schlecht. Ich habe Menschen die mich unterstützen. Die mich lieben. Die da sind. Selbst wenn ich gemein bin. Ich bin nicht allein. Für mich das Wichtigste. Aber es bricht mir das Herz zu wissen, eine Lücke zu hinterlassen. Andere alleine zu lassen. Ich nehme keine Ziele mit ins nächste Jahr. Nur einige Wünsche. Wehmut. Große Angst. Und Hoffnung.

Liebes ich. Heute wirst du 24 Jahre alt. Und alles was ich dir zu diesem Tag sagen möchte ist. Ich bin stolz auf dich. Stolz auf das, was du bisher alles in deinen jungen Jahren geschafft hast. Wie du es meisterst. Dass du stark bist weißt du. Das ist eine Floskel, die sich schon lange in dein Hirn gebrannt hat. Weil du das nicht erst seit gestern bist. Dass du tapfer bist. Und verbissen kämpfst. Das alles weißt du. Du bist nicht allein. Und doch bist du es. Auf eine Art und Weise. Weil nur du in deiner Haut steckst. Sonst keiner. Du machst immer weiter. Irgendwie. Auch wenn es hart ist. Du bist der Meinung, dass ‚Kopf hoch‘ nur der Henker sagt. Du bist nicht optimistisch. Aber hoffnungsvoll. Du bist lebenshungrig. Du atmest nicht geräuschlos. Sondern schnappst lauthals nach Luft. Du bist trotz allem immer noch Du. Und voller Liebe. Nicht verbittert. Auch wenn dein Schicksal weiterhin offen ist. Es dich jederzeit mitten im Satz erwischen kann. Bist du dennoch voller Lebensfreude. Du fühlst dich nach all der Zeit nicht wie vierundzwanzig sondern wie neunzig. Aber du machst trotzdem weiter. Jeden Tag. Und das macht mich unendlich stolz. Weil es bedeutet dass du immer noch hier bist.

Ein gesunder Mensch hat 1.000 Wünsche, ein Kranker nur ein, dass er gesund wird.

Heute regieren hier Wut und Angst. Wegen Karl – Horst. Weil er Schmerzen verursacht. Weil man wegen ihm hier liegt. Weil man kürzlich ein falsches Medikament verabreicht hat. Weil einem bei Palliativ gleich sofort und nur das eine in den Sinn kommt. Das über das niemand so wirklich sprechen will. Weil die Immuntherapie mit den HI-Viren in der heißen Phase ist und sich wegen mir verzögert. Der Kampfgeist durchzuhalten wird erneut geweckt. Der stumme Schrei nach Zeit wird wieder lauter. Man schenkt dem Leben ein Lächeln. Trotz blöder Nachrichten. Trotz Kenntnis der Prognose. Denn das Leben ist schön. Freud und Leid. So nah beieinander. Seit gestern. Freude dass die Hirnmetas schrumpfen. Dank dem Cyberknife. Bestürzt weil Karl – Horst gewachsen ist. Nun fast granatapfelartig groß ist. Wohin mit der Angst und Wut.

superthumb-2Auch wenn du mich in die Knie zwingst. Wenn du mich nachts nicht schlafen lässt. Wenn du mir 24/7 Schmerzen bereitest. Wenn du mir Panik und Heulattacken bescherst. Wenn ich täglich an den Tod denken muss. Wenn du mich dazu bringst an Sterbehilfe zu denken. Weil ich ganz und gar nicht mehr stark bin. Sondern schwach und müde. Wenn ich eigentlich keine Lust mehr habe. Wenn du dafür sorgst, dass Menschen, Freunde, sich von mir abwenden. „Weil sie damit nicht klarkommen“. Nicht wissen, wie man mit mir umgeht. Was ich mittlerweile selbst auch nicht mehr weiß. Weil wer weiß das schon? Du bist ein Teil von mir. Du bist meine Geschichte. Du wirst immer meine Geschichte sein. Durch dich ist alles echt. Doch, du Krebs? Durch dich liebe ich das Leben noch mehr. Ich werde es immer lieben. Bis ich gehe.

Zwischen Gut- und Bösartig liegen manchmal nur Stunden, Tage, Wochen oder Monate. 
Man denkt man kann es steuern, dabei ist unsere Geschichte schon längst geschrieben.

 

Es sind diese Momente. Diese Phasen. In denen mir klar wird. Ganz klar und deutlich. Zu was ein Mensch fähig sein kann. Wie groß Willensstärke sein kann. Wie stark Lebenslust sein kann. Wie zerbrechlich ein Mensch sein kann. Und wenig später. Nach einem Moment der Schwäche. Erneut Stärke zeigen kann. Kampfgeist. Und Lebenshunger. Ja sogar Humor. Wie ein Mensch sich abends voller Angst und Traurigkeit ins Bett legen kann. Und am nächsten Morgen nach einer fast schlaflosen Nacht. Aufsteht. Und da weiter macht. Wo man aufgehört hat. Da weiter kämpft. Wo man am Tag zuvor wieder mal aufs Neue zerbrocsuperthumbhen ist. Weil man möchte ja doch etwas erleben. Solange man es noch kann. Man möchte egal wie bitter und unfair alles ist. Am Leben teilhaben. Es sind diese Momente. Diese Phasen. In denen ich geflasht bin. Überwältigt bin. Von mir selbst. Von all denen. Die am nächsten Tag aufstehen. Und weiter machen. Wieder stark sind. Nicht für jeden ist das selbstverst
ändlich. Schon gar nicht leicht. Aber es ist etwas wunderschönes. Was ganz Großes.

Und dann gibt es Menschen. Denen kann man gar nicht oft genug Danke sagen. Oder dem gerecht entgegenkommen. Für das was sie tun. Wie stellt man das an? Die Hilfe. Die Nettigkeiten. Die Kleinigkeiten. Und Großigkeiten. Ich nehme sie an. Und weine vor Freude. Und Dankbarkeit. Ich bekomme eine Gänsehaut bei all der Nächstenliebe. Ich bin
gesegnet. Und umgeben von Liebe.

Zwischen transnasaler Ernährungssonde und Morphium. Zwischen Freudentränen, Wut und Vielleichtheilungsschmerzen. Zwischen Trauer und Liebe. Hart am Kämpfen.

Weil heute ein schöner Tag war. Ein guter Tag. Weil es für diesen Tag eigentlich keine Worte gibt. Weil wir mittlerweile auf dem Rückweg sind. Weil mich die Wärme und das Rauschen im Metronomzug nachdenklich stimmen. Weil ich mal wieder so hin- und hergerissen bin. Weil ich so glücklich bin. Traurig. Wütend. Ereigniserfüllt. Weil meine Situation so verdammt unfair ist. Weil es aber so viel Schönes auf der Welt gibt. Das ich noch erleben darf. Erleben kann. Weil ich vor Dankbarkeit und Liebe platzen könnte. Und weil es so viele gute Menschenseelen gibt. Die mich begleiten. Menschen die da sind. Einfach da sind. Weil ich so glücklich bin, dass einer der Menschen ist. Weil ich ihr so dankbar bin. Weil ich während dieses Textschreibens weinen könnte. Weil ich will, dass solche Tage nie enden. Weil ich dieses Gefühl teilen möchte. Weil ich jedem wünsche nicht alleine zu sein. Weil heute so ein schöner Tag zu Ende geht. Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt. Einen Raum. Und selbst in den besten Augenblicken. Und den herrlichsten Zeiten werden wir es wissen. Mehr denn je. Werden wir es wissen. Es gibt einen Ort im Herzen der sich nie ausfüllen lässt. Und wir werden warten. Und warten. In diesem Raum.

Das Herz ist ein bis zu 300g schwerer Muskel. Der unsere Organe mit Blut versorgt. Es kann gestohlen werden. Erkalten. Und vor Schmerz brechen. Wenn wir es öffnen kann es sich erwärmen. Schmelzen. Und schließlich wieder schneller schlagen. Das Herz ist ein Organ das Blut durch unseren Körper pumpt. Und doch ist es so viel mehr.Weil es nunmal Dinge im Leben gibt, die man nicht gerne in Angriff nimmt. Weil ich aber um diese Dinge nicht mehr rum komme. Weil ich zwar schon sehr large-7viel gesagt und geregelt habe. Weil ich aber auf Nummer Sicher gehen möchte. Weil ich das Bedürfnis habe. Weil morgen nochmal ein Gespräch mit dem ausgewählten Bestatter ausgemacht ist. Und ja, ich habe Angst. Heute regiert hier die Angst. Sie hat mich fest im Griff. Sie lähmt. Heute ist
Untersuchungstag. Heute steht der PET Scan und anderes an. Heute zeigt sich was die HI-Viren machen. Ob sie fleißig waren. Ob die Therapie anschlägt. Ob die Metastasen schrumpfen. Ob es das war oder ob mir noch ein bisschen Zeit geschenkt wird.

Krebs kennt kein Happy end.

Heute ist Tag Zero. Ich bekomme HI-Viren. Manipulierte HI-Viren. In diesem Beutel. So viel Hoffnung. So ein seltenes Verfahren. Dass man jetzt schon als Wunder gilt. Ehe man weiß ob es überhaupt funktioniert. Aber für mich ist es fast ein ganz normaler Dienstag. Ab heute die nächsten Tage in Isolation verbringend. Ohne Besuch der Liebsten. Ausgerechnet. Bei diesem Kampf. Da die Therapie nicht durch Bakterien etc. beeinflusst werden darf. Ich vielleicht sogar ansteckend bin. Wie ätzend das ist muss man nicht vertiefen. Dass ich eine Heidenangst habe. Mehr als sonst. Muss man nicht vertiefen. Bücher und Filme liegen zum Nichtverrücktwerden bereit. Die Therapie macht mich nicht gesund. Sie heilt das unheilbare VHL-Syndrom nicht. Sie unterstützt nur dass Metastasen überall schrumpfen und vielleicht endlich mal nicht mehr nachwachsen. Karl – Horst wird – wenn – minimal schrumpfen aber immer bleiben. Damit komme ich sicher irgendwie zurecht. Viele Menschen leben mit einem Clown zwischen den Synapsen. Wenn mir durch HI-Viren nur mehr Zeit verschafft wird. Vielleicht Jahre. Wird es mich zum glücklichsten Menschen machen. In einem Monat weiß ich mehr. Solange bleibe ich neutral und freue mich nicht. Um Enttäuschungen zu vermeiden. Solange ist dieser Dienstag ein ganz normaler Tag. Die Welt dreht sich weiterhin weiter. Die Zeit vergeht weiterhin viel zu schnell. Dennoch für diese beängstigend wahnsinnige krasse Möglichkeit ein wahnsinnig dankbares Riesenhoch auf die Medizin und meine Götter in weiß. Es wird keine Spazierfahrt.

Und dann sagen sie dir dass sich etwas verändert hat. Sie sind aufrichtig. Ehrlich. Sie sagen dass selbst sie nicht wissen was sie sagen sollen. Vor dir sitzt der Oberarzt. Daneben andere Ärzte. Neben dir deine Schwester. Du sitzt in deiner Tumorkonferenz. Vor dir und an den Lichtwänden deine Aufnahmen. Du wirst aufgefordert zunächst jedes Bild einmal selbst anzuschauen. Und das tust du. Die Hand deiner Schwester umklammernd. Dir ist kotzübel. Vor Aufregung. Der Herzschlag bis zum Hals. Du siehst dir alles an. Nach all der Zeit weißt du einfach wonach du schauen musst. Leider. Du siehst die Flecken. In eben fast jeder Region deines Körpers. Das Gehirn. Die Leber. Der Darm. Am schlimmsten. Du schaust dir die älteren Aufnahmen an. Zum Vergleich. Große Flecken auf den alten Aufnahmen. Kleinere Flecken auf den frischen Aufnahmen. Du schaust noch einmal nach. Und überlegst. In deinem Kopf rattert es. Du schaust in die Runde. Und fragst ob es das ist was du gerade denkst. Du blickst in wache Gesichter. Schmunzelnde Gesichter. Der Oberarzt grinst dich breit an. Und dann weißt du es. Du musst nichts sagen. Eigentlich geht das in diesem Moment auch gar nicht. Du fängst an zu weinen. Weil du durch diesen Gesichtsausdruck noch besser verstehst. Dass du richtig gesehen hast. Dass diese Veränderung Bedeutendes aussagt. Nämlich dass die HI-Viren fleißig waren. Und die Therapie anschlägt. Und die Metastasen schrumpfen. Und sie werden weiter schrumpfen. Dass sich alles gelohnt hat. Alles. Dass es zwar noch dauert bis sie komplett weg sind und 15909661_1756788154641174_1550344068_nKarl – Horst der leider noch etwas gewachsen ist dann alleine ist. Aber dass du weinst weil eine extrem große Last von dir fällt. Und Tränen völlig angebracht sind. Weil es Tränen der Freude sind. Eigentlich weinen alle im Raum. Weil sie sich mit dir freuen. Du bist so perplex und wie in Trance. Dir wird klar was das alles bedeutet. Es folgt ein langes Gespräch. Wie es weiter geht. Aber du hörst gar nicht mehr richtig hin. Du kannst das alles gar nicht glauben. Du bist gefühlt der glücklichste Mensch auf dem Planeten.

 

Man muss nicht wissen, wann man stirbt, um anzufangen zu leben.

Weil sich letzen Montag alles geändert hat. Weil ich es noch immer nicht realisiert habe. Weil es noch dauert bis ich es realisiere. Weil es mich ehrlich gesagt sehr überfordert. Weil es mir weiterhin Angst macht. Weil der Weg neben schönen Momenten weiterhin hart bleibt. Weil ich weiß, dass neben schrumpfenden Metastasen der Tumor immer bleiben wird. Weil ich so viele liebe Menschen an meiner Seite hab. Weil nächste Woche eine neue Chemo beginnt. Und nochmal eine Op ansteht. Weil ich aber glücklich bin, dass ich für ein bisschen mehr Zeit gekämpft habe. Weil ich weitermache. Weil ich nicht optimistisch aber hoffnungsvoll bin.

Die normale Station der Onkologie hat mich. Ich sollte mich freuen. Allerdings so schräg es klingt, ich freue mich nicht. Zwei erneute Hirnmetastasen haben sich eingenistet. Die Nachricht lähmt. Wieder mal. Und klar. Ich bin jetzt wieder frei beweglich. Aber ich habe es satt. Alles. Meinen Zustand zu ertragen. Andere Krebsprobleme anderer zu sehen. Es geht mir noch lange nicht gut. Aber ich will hier raus. Gänzlich. Das Meer ruft doch. Sie ist nicht stiller, sie ist leiser. Ihre Worte klingen heiser. Aber sie sind trotzdem da. Ihre Sprache ist nicht wortlos. Nur sind ihr die Worte viel zu groß. Und sie spricht sie selten aus. Du bleibst nicht stehen. Bei einer Krise. Du läufst einfach weiter. Schaust nicht zurück. Lässt dich nicht unterkriegen. Wie schwer die Krise auch sein mag. Du bringst andere dazu auch weiterzumachen. Und in ihrem Kopf ein Gedankenkarussel. Hoffentlich lohnt sich dieser ganze Scheiss. Hoffentlich lohnt der Kampf. Hoffentlich zahlt sich dass es dir so dreckig geht aus. Verdammt.

Das ganze Leben ist ein Marathon. Die ersten Schritte fallen dir noch leicht. Du glaubst, nichts kann dich stoppen. Aber dann kommen die Schmerzen. Deine Kräfte schwinden. Meter für Meter. Du glaubst, du kannst nicht mehr. Aber du läufst weiter. Immer weiter. Bis zur totalen Erschöpfung. Und am Ende steht der Sieg.

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Dieser Text ist an einen ganz besonderen Menschen gewidmet. Ich habe sie via Instagram kennengelernt und ihre Geschichte hat mich zu tiefst berührt. Deswegen wird dieser Blogeintrag auch ihr gewidmet. Bleib so stark und hör bitte nie auf zu kämpfen!

Instagram: – littlebrvlyliongirl

 

 

 

>>July<<

Was bleibt wenn du gehst?

Hilfe es passiert.

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Die bittere Wahrheit kommt immer von Innen.

Sicher fragen sich jetzt viele was damit eigentlich gemeint ist. Nun ich versuche euch mal meine Sichtweisen zu schildern, die mich über Jahre gequält haben und ich dachte ich komm nie wieder aus diesen Teufelskreis heraus. Seit klein an, ich glaube es hat angefangen wie ich zu Denken begonnen habe, hatte ich diese fürchterliche Angst Brechen zu müssen. Ja für viele ist das nicht weiter schlimm und es ist ja nur eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers aber für mich war es die Hölle. Egal in welche Lage ich versetzt wurde in diesen Zusammenhang versuchte ich zu flüchten. Damals war mir noch nicht bewusst welche Auswirkungen das auf mein späteres Leben haben wird. Wo auch immer jemand gesagt oder erwähnt hatte ihn sei schlecht bekam ich Panik. Ich hatte mir immer die Ohren zugehalten sobald jemand im Kindergarten oder in der Schule brechen musste. Wenn man noch klein ist, kann man solche Situationen schwer einschätzen wann es passiert. Über die Jahre hatte ich natürlich immer wieder mal Darminfektionen und hatte damit zu kämpfen, aber das ist lange her und die Erinnerungen sind verblasst, vielleicht auch verdrängt. An das mittlerweile vorletzte Mal konnte ich mich noch gut erinnern, fast hätte ich mich am Bahnhof übergeben, hab es aber dann doch geschafft es auszuhalten bis ich daheim war. Dieses Herzrasen, die Hitze die einen hochsteigt und die Kurzatmigkeit haben mir innerhalb von Sekunden klar gemacht was gleich abgehen wird. Ich konnte es nie selbst wegmachen, da musste immer meine Mutter herhalten. Meine Devise war, sobald es vorbei war large-2zu flüchten.

In dieser Nacht passierte es in meinen alten Kinderzimmer, ab diesen Zeitpunkt begann ich mich nachts heimlich ins Wohnzimmer zu schleichen und dort zu schlafen. Natürlich sind meine Eltern drauf gekommen und haben nur mit den Kopf geschüttelt und meine Reaktion und Hintergründe nicht wahrgenommen. Weiters wachte ich täglich um die Uhrzeit auf wo es passierte und entwickelte s0mit schwere Schlafstörungen die ich lange nicht in den Griff bekam. Als ich dann täglich mit einen Übelkeitsgefühl und die Angst zu Erbrechen aufwachte wusste ich irgendwas stimmt mit mir nicht. Ich fing an nicht mehr in die Schule zu gehen, mich bei meiner Tante im Garte

Freude gedämpft aus Angst vor dem nächsten Tief.

n zu verstecken um nicht mit den Bus fahren zu müssen, weil es könnte ja was passieren. Nicht nur das ich keinen Plan zu diesen Zeitpunkt hatte was in mir drinnen eigentlich falsch rennt, ich kam früh in den Genuss von Anti Übelkeitsmittel. Medikamente hatten für mich nie eine Rolle gespielt, ja man nahm sie um gesund zu werden aber als ständiger Begleiter sie zu sehen kam mir nicht in den Sinn. Schließlich kam die Zeit an dem meine Panikattacken nicht nur Zuhause passierten sondern auch in den Öffis oder während Aktivitäten, denen ich damals echt gerne nachgegangen bin. Irgendwann kam der Zeitpunkt an dem ich mich immer mehr Zuhause verkrochen hatte, meine Eltern waren verzweifelt. Mein Vater wusste sich nicht mehr zu helfen mit mir und schließlich passierte dann auch die übliche ungesunde Watschn des öfteren. Ich wusste einfach nicht mehr weiter, werde ich mein restliches Leben damit verbringen mir ständig Gedanken machen zu müssen ob ich mich übergeben muss? Die Zeit verging, das Hungergefühl blieb immer mehr aus und die Medikamente sind meine besten Freunde geworden. Alle waren feiern, machten ihr Diplom und genießten ihr Leben in vollen Zügen. Was tat ich? Ich hatte nur meine Musik und mein Gedankenkarussell das mich täglich aufs neue begrüßte.

Als ich auszog, hatte ich die Möglichkeit endlich eine Arbeit anzunehmen. Als Schulabbrecher standen die Chancen damals sehr schlecht überhaupt irgendwo eine passende Stelle zu finden. Durch Connections meines Vater, den ich bis heute danke für large-3seine Unterstützung bekam ich eine Arbeit. Natürlich brach ich ab, falsche Freunde und Drogen kamen ins Spiel und mir schien meine Freizeitgestaltung einfach wichtiger zu sein und dort hatte ich meine Ruhe und meine Schutzschicht falls es passieren sollte. Mein ganzes Denken bezog sich nur mehr darauf ob und wann es passieren könnte. Bis ich schließlich eines Tages beim Einkaufen meine erste richtige Panikattacke hatte. Ich wusste nicht das es eine war, aber mir wurde klar das sie immer öfters kamen und mir mein Leben noch mehr eingrenzten als es eh nicht schon war. Klar steht man dann mal da und hat keinen Plan was man den genau in so einer Lage machen soll. Für mich war das Kiffen damals Balsam für die Seele, natürlich wusste ich nicht das mir diese Aktion noch zum Verhängnis wird. Ich wurde straftätig, bekam eine Vorstrafe und bin mittlerweile keineswegs mehr stolz darauf. Jeder macht seine Fehler, für mich war es ein Flüchten aus meiner Angst, Geld verdienen ohne die Außenwelt zu betreten, mir kann nichts passieren in meinen eigenen vier Wänden. Auch dieses dumme rosarote Denken wurde vor kurzem gesprengt. Nach einiger Zeit wandte ich mich an eine Therapeutin, hab ihr alles geschildert was abging in meinen Leben, das ich gemobbt wurde weil ich jahrelang gestottert habe, das ich Probleme zuhause hatte, das mein Vater keinen Ausweg außer Gewalt sah, das ich eine Schande für die Familie bin und schließlich sogar überlegte mir mein Leben zu nehmen.

Irgendwann hört man auf zu reden, weil keine Wörter reichen, um diesen Schmerz zu beschreiben.

Wenn du keinen Ausweg mehr siehst dann kommst du in diesen Kreis der dir einen zeigen würde. Die Therapie schlag an, in einen Jahr hatte ich alle meine Ziele erreicht, ging erfolgreich arbeiten und dachte mein Leben ist perfekt. Aber auch die Panik wird nie besiegt sein, sie ist immer bei dir und dein ständiger Begleiter. Meine Therapeutin meinte mal, es ist meine Entscheidung ob ich sie hereinlasse oder die Türe einfach zu mach. Schließlich schlagen die Attacken wieder an, sogar in meiner heiß geliebten Arbeit wo ich eine der besten Mitarbeiterinnen war und alle wussten man kann auf mich zählen. Auf einmal war die ach so tolle Welt ein riesengroßer Scherbenhaufen geworden. Ich bekam Urlaub, sollte mich auf Tabletten einstellen lassen und mich dann wieder melden. Gesagt getan, das ich zu dieser Zeit aber in eine tiefe Depression fallen würde, und der Weg in meinen eigenen Garten! eine Herausforderung wurde, wusste ich ich bin krank. Sich einzugestehen das man eine psychische Krankheit hat ist leichter gesagt als getan. Alleine wie man dann in der Gesellschaft da steht, in der ach so tollen, reichen Familie in die man hinein geboren wurde. Ich habe lange mein Problem verdrängt, dachte es ist nicht okay anders zu sein, ernsthafte Probleme zu haben. Tagelang war ich einfach nur im Bett, versuchte mit den Hunden vor die Türe zu gehen damit sie wenigstens mal etwas anderes als den Garten sehen, keine Chance, einen Schritt raus und die Panik war da. Allein wenn ich dran dachte, ziehte sich alles in mir zusammen und es kam mir vor als würde mein inneres Ich einfach kurz anhalten. Kurz verschwinden in diesen Meer aus Angst. Zu dieser Zeit hatte ich auch sehr viele Freunde verloren, gute so wie schlechte, aber es gab auch welche die wussten ich brauch Hilfe und Unterstützung. Nicht mal mehr das Autofahren klappte recht, sobald es dunkel wurde setze ich keinen Fuß mehr hinaus. Nach 3 largePanikattacken auf einer Strecke von 20 km mit Aufhaltung der Polizei weil ich mit 100 durch den Ort raste, reichte es. Alles was ich immer gerne gemacht habe, wurde mir zum Verhängnis. Dadurch war es auch schwer den sozialen Anschluss zu pflegen. Meistens musste ich besucht werden, weil außerhalb meiner Wohnung etwas zu machen schien mir unmöglich. Auch die Tabletteneinnahme wurde immer krasser. Mein Hausarzt verschrieb mir die tollen rosa Pillen, auch Xanor genannt, die dich in einen Zustand von 180 auf 0 in nur weniger Zeit bringen und du glaubst du bist geheilt.

Natürlich dachte ich je öfter ich mir das Zeug reinhau, desto besser wird es. Zum Glück wurde ich nie abhängig davon und hatte es gut unter Kontrolle aber mittlerweile rate ich jeden von den Zeugs ab. Es macht dich zu einen anderen Menschen, es unterdrückt jegliche Gefühle oder Emotionen und du wirst zu einen Frack deinerseits. Auch das Kiffen wurde zu dieser Zeit wieder ein wichtiger Bestandteil und auch Sport, wo ich gute 15 Kilo abnahm. Ich war in einer Hochphase niemand konnte mich toppen, ich war Gott in Person, dachte ich jedenfalls. Bis ich eines Tages zusammenbrach. Mitten in der Nacht hatte ich meiner Therapeutin geschrieben ich halte es nicht mehr aus. Mich selbst in eine Klinik einliefern zu lassen kam für mich nicht in Frage. In dieser Zeit war ich auf mich allein gestellt, also wenn etwas passierte war niemand da. Was sollte den auch schon so schlimm sein an einer Panikattacke? Ich kann euch nur eines sagen, niemanden wirklich nicht mal meinen schlimmsten Feind wünsche ich solle Ängste. Man sieht ja wohin sie führen können, auch in den Tod wenn man gar keinen Ausweg mehr sieht, aber ich wollte nicht aufgeben ich wollte kämpfen, mein richtiges Leben haben, genauso sein wie andere, ohne wenn und aber. Also begann ich mich aufzuraffen, etwas gegen meine Ängste zu tun. Wieder in Therapie zu gehen, weniger Tabletten zu nehmen und versuchen an mir zu arbeiten. Meine Panik in den Griff zu bekommen war nicht leicht, aber ich dachte es kann nicht schlimmer werden. Nach 10 Jahren Kotzfrei hatte ich mich an den Zustand gewöhnt, es passiert sowieso nichts, du hast ja ein Anti-Brechmittel das im Gehirn das Erbrechen unterdrückt. Ja viel zu lange hab ich mich an diesen Irrtum gehalten, bzw. eher mich verbissen darauf sobald mir schlecht war, sei es weil ich Hunger hatte oder auch nur irgendwo das Wort gefallen sei, nahm ich meine Medikamente. Lieber mal einen Haufen Chemie schlucken, als Erbrechen zu müssen. Meine Worte. Aber kann das wirklich ein erfülltes Leben sein? Ständig Medikamente dabei zu haben und zu wissen man ist irgendwie abgesichert? Anscheinend funktionierte es, nachdem ich monatelang Panikfrei war dachte ich ich hätte es endlich geschafft, ich wäre über den rießen Schatten gesprungen der mich seit Jahren verfolgt. Ja Gedanken sind gut, aber ein Virus kämpft sich durch, egal wie stark man ist. So kam es das ich kurz vor Weihnachten eine Darmgrippe bekam. Mitten in der Nacht wachte ich auf und hab natürlich sofort zu meine lieben Helferlein gegriffen, mir kann ja schließlich nichts passieren.

Es hat Gründe wieso ich nicht über meine Vergangenheit rede, jedoch tue ich es gerade.

Nach ewigen Gedankenwirren und Versuche einzuschlafen, schreckte ich auf und wusste es passiert. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, ich bekam Kurzatmigkeit, mir wurde heiß und ich wusste ich kann es nicht zurückhalten, ich hab den Kampf verloren. Mir wurde schlecht, ich musste mich übergeben, gleich 3 mal hintereinander würgen und hören wie es auf den Boden klatscht. Aber so grauslich es war, umso besser ging es mir danach. Ich saß sicherlich gute 10 Minuten neben den Balkon, wo es leider landete, und dachte mir nur, vor dem hattest du jahrelang Angst? Von einer Kleinigkeit die nicht mal 5 Sekunden andauert und dann wieder in einen normalen körperlichen Zustand führt? Ich hatte es überstanden, ich hab die Situation durchlebt und ich habe es überlebt. Und um ganz ehrlich zu sein, dachte ich mir nie im Leben es zu schaffen das ganze large-7.jpgSpektakel nach Tagen selbst wegzumachen. Ich hockelte mich wirklich hin mit Handschuhen und Küchenrolle und hab es selbst weggemacht. Ein riesiger Schritt für mich und für mein Denken das mir ständig immer vorleben wollte, dass das die schlimmste Sache auf der Welt sei. Seither hatte ich Kurzwegs wieder leichte Schlafstörungen wie das Aufwachen um exakt die gleiche Uhrzeit wie das Geschehen oder Herzrasen und Panik. Aber ich wusste ich habe es überstanden, durchlebt, ich weis wie ich mich in dieser Situation fühle und wie ich umzugehen hab. Seitdem ist meine Angst sozusagen besiegt, klar mir graust es noch immer und ich habe sicher noch einen längeren Weg um wirklich damit abzuschließen, aber ich weiß mittlerweile das man sich seinen Ängsten stellen muss und das man es schaffen kann!

 

 

 

Danke an meinen Freund, der mir in dieser schweren Zeit immer zur Seite stand und meine Krankheit akzeptiert und damit umgehen kann.

>>July<<

 

 

Hilfe es passiert.

Ungeballter Haas.

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,,Auch wenn es lange her ist, es hat mich ruiniert.“

Manchmal sitzt du da, in deiner eigenen Stille, hast keinen Plan wo hin mit dir und deinen dummen Kopfkarussell.Aber wo ist jetzt? Wo ist der Ort der einen auffängt wenn man alleine da sitzt und nicht mehr weiter weis? Ich hasse dieses Gefühl von Wissen und Irrttum. Mein eigenes Gefühl trügt mich nie, doch wieso sollte man seine Gedanken tief innen drin äußern? Es würde nur viel mehr Streit, Freude, Tränen und Kummer verursachen und sowas gehen Menschen gerne aus dem Weg. Aber wohin mit diesen trügerischen Gedanken die einen nur das Leben schwer machen, wieso muss man sich auch immer mit Dingen auseinandersetzen, die wir gar nicht brauchen? Als würde sich jemand auch nur im kleinsten Gedanken darüber machen wie es anderen damit geht oder das es Menschen verletzen kann wenn sie Dinge erfahren oder mitbekommen.

Wer treibt dich an, wenn es nicht weiter geht?

Da ist es egal wielange man schon aneinander gebunden ist, da kann noch so viel Nähe, Vertrauen und der ganze übliche Scheiß dabei sein, aber das sind diese Momente die dich richtig in die Knie zwingen, wo nicht nur der Boden sondern auch gleich der ganze Estrich mit dir unter geht. Es ist mir noch immer ein rießiges Fragezeichen in meinen Kopf wie ich damit umgehen soll oder ob es sich überhaupt lohnt sich darüber Gedanken zu machen oder da zu sitzen, mit Musik die dich in Stimmung bringt und dich dazu zwingt deine ganzen Probleme öffentlich zu schreiben. Auch wenn du ein anonym hier bist, bist du trotzdem nicht unsichbar. Menschen folgen dir, wissen alles über dich, manche würden dir am liebsten noch den glargehjhjhjanzen Rest deiner letzten Energie stehlen nur damit sie sich damit gut fühlen jemanden am Boden zu sehen. Aber wir haben ja nicht umsonst Füße und Stärke bekommen um wieder aufzukommen, um uns wieder aufzuraffen, dort weiter zu machen wo es das letzte Mal nicht geklappt hat.

Jeder Weg ist steinig und es wird immer Menschen geben, die dir das Leben schwer machen aber sollte man da nicht eigentlich darüber stehen und ihnen mit einen gefälschten Lächeln gegenüber treten um ihnen zu versichern, dass sie doch auch nur lächerliche, fassettenreiche Kopien sind von anderen? So oft würde ich meine Meinung anderen Leuten anhängen, einfach nur um sie wissen zu lassen, dass sie mich genauso einen scheiß interessieren wie meine letzte Klopapierrolle, die gerade leer geworden ist. Natürlich muss sich dadurch jetzt nicht jeder angesprochen fühlen, aber es sind sicher ein paar wenige dabei, die sich ihr Maul wieder darüber zerreißen über meinen derzeitigen Zustand, über mein Befinden, über meinen Körper der kämft um es auszuhalten in dieser grausamen Welt. Wann sind wir eigentlich so hässlich geworden? Wo bleibt Mitleid, Freude, Stolz bei anderen? Haben wir verlernt uns für andere zu freuen? Lächerlich ist sowas und gleichzeitig auch ziemlich traurig jemanden außen vor zu stellen oder am besten gleich auf das Mindeste zu beurteilen nur weil er den eigenen Anforderungen nicht entspricht. Ich würde auch gerne jeden Vollidioten der mir ab und an begegnet meine Fresse anhängen, aber ich tu es nicht.

Einfach aus den Grund weil ich Angst davor habe Menschen zu kränken, zu verletzen, sie auf das Mindeste zu beurteilen. Mein Stolz ist immer vorhanden, egal in welcher Situation aber in Sachen Stolz, Erziehung, Meinungen bin ich ein gebranntes Kind. Ein Kind das sehr oft rebelliert hat, das raus wollte aus dieser perfekten Welt, die sowieso nur da ist um zu zeigen was man hat. Ich geb einen Fick auf euch und eure perfekten Familien. Nach außen hin kann jeder perfekt sein, aber nur wenige wissen wie es innen aussieht. Mich hat nie jemand gefragt, wie es mir geht nachdem ich mal wieder eine saftige Watschen kassiert hab, ich habe immer nur Vorwürfe bekommen, sogar als ich psychisch krank geworden bin waren da immer nur diese unnötigen Vorwürfe und Erwartungen denen man nie entsprochen hat. Kein Mensch aus meiner Familie hat sich auch nur ein einziges Mal erkundigt in dieser Zeit was ich eigentlich fühle, wieso mich mein Körper in diesen Angstzustand führt und ich einfach nur mehr in mir zusammen breche, einfach weil ich keinen Sinn damals mehr hatte weiterzukämpfen.

Nicht alle Narben sind sichtbar.

Für was kämpfen, wenn man sowieso nie das erreichen würde was von einen verlangt wird. Ich hab den Suizid schon mal ins Auge gesehen, klar war es keine schöne Begegnung aber es hat mich für einen Moment befreit aus meinen ewigen Karussell das nicht largefffffffnur täglich sondern 24h um die Uhr für jeden Shit offen hatte. Dieses Karussell das mich weder schlafen ließ, noch mir Zeit zum Essen oder Freunde treffen gab. Das mich einsperrte in meinen eigenen 4 Wänden, die ich in und auswendig kannte.Mein Bett und diese vielen bunten Pillen waren meine besten Freunde, sie waren immer da, egal zu welcher Uhrzeit, egal an welchen Ort. Doch Medikamente können auch sehr schnell deine Feinde werden. Irgendwann zerbricht dein kleines, hübsch eingerichtetes Kartenhaus und du bist genau wieder da, wo du angefangen hast.

Stark von außen, doch innerlich so kaputt.

Liegst in deinen eigenene Scherbenhaufen der sowieso keine Aussicht auf Besserung mehr hat. Deine Kraft und deine Füße wollen mittlerweile auch nicht mehr so recht, lieber den ganzen Tag im Bett verbringen und sich die Seele ausweinen, ja das hilft sicherlich. Zu diesen Zeitpunkt merkst du erst wirklich wer deine Freunde sind und wer dich eigentlich eh nur als Zeitvertreib sieht. Und weil wir schon grad dabei sind, hier noch mal meine geballte Meinung weil es sich grad so anbietet. Bin ich froh mit euch unverschämten, dreckigen Pack keinen Kontakt mehr zu haben und vor allem ohne eure Hilfe damals ausgekommen zu sein, ihr seit nichts weiter als winig kleine Anhängsel dieser hässlichen Gesellschaft. Mittlerweile geht es mir besser, mit Sicherheit kann ich nie das Leben führen, das mir meine Eltern damals in die Wiege gelegt haben oder das sich jeder als Kind wünscht, aber ich bin hier, ich stehe heute hier und versuche alles auf die Reihe zu kriegen was in meiner Macht steckt. Jeder der mich daran hindern will weiß wo der Ausgang ist und kann dies auch ohne großes Überlegen oder Entschuldigen tun. Ich brauche niemanden mehr, der mich runterzieht, in kriminelle Sachen reinzieht oder mir einfach Schaden will, sucht euch ne andere Beschäftigung aber lässt euch eines sagen, ich glaube an Karma und irgendwann bekommt jeder Mensch das zurück das er verdient hat.

July <<

Ungeballter Haas.

Du bist mein Frieden.

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Es ist an der Zeit Lebewohl zu sagen.

So oft denk ich an deine Worte und jedesmal schneiden sie tiefer in mein Herz.
Es ist die Sehnsucht nach einer Zeit und einem Moment der nicht wieder kommt.
Ich schalte die Musik ein. Ein altes Lied erklingt zugleich in den Kopfhörern. Die Welt verschwimmt langsam im Takt der Melodie, hebt mich in die Luft. Erinnerungen brodeln in jeder Zelle meines Körpers, Gefühle vermischen sich mit der Luft. Jeder Atemzug, eine andere Erinnerung. Jede Erinnerung, ein anderes Gefühl.
Das schlimmste Gefühl ist die Hoffnung, dass jemand zu dir zurückkommt, obwohl du im Innersten weißt, dass es nicht passieren wird. Irgendwann hört man auf zu reden, weil keine Wörter reichen, um diesen Schmerz zu beschreiben. Manchmal wachst du morgens auf, es kostet dich so viel Energie überhaupt erst aufzustehen und du weißt direkt, es wird einer dieser Tage. Ein Tag mit dem Kampf gegen die Leere und Kraftlosigkeit in dir, die du irgendwie überwinden musst.

Du musst stärker als dein Schicksal sein.
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Ich vermisse die Zeit, in der wir für einander da waren und wir uns gegenseitig Halt gaben. Die Zeit, in der du glücklich warst, bei mir zu sein und es für uns beide nichts schöneres gab als zusammen zu sein. Die Zeit, in der wir uns alles anvertraut haben und keine Geheimnisse voreinander hatten. Ich vermisse die Zeit, in der wir beide noch so unbeschwert waren und zusammen gelacht haben. Und ich vermisse deine Liebe. Deine Zuneigung fehlt mir, aber vor allem fehlst du mir. Du fehlst mir jeden Tag. Ich will und kann einfach nicht wahr haben, dass es jetzt so ist, wie es ist, wo es am Anfang doch so gut war. Und ich verbringe jeden Tag damit, mich zu fragen, was eigentlich passiert ist. Ich wünschte, ich würde eine Antwort auf diese Frage finden, aber eigentlich wünsche ich mir nur diese Zeit zurück, ich wünsche mir dich zurück.

Dieser eine Mensch, der dich ohne dich anzufassen, immer wieder berührt.

Und wenn ich alleine bin und an dich denke, weiß ich wieder wie es sich angefühlt hat, als du mich berührt hast. Dieses Zittern am ganzen Körper und kribbeln in meinem Bauch. Das wunderschönste Gefühl. Doch das einzige Gefühl das es jetzt noch gibt ist Trauer weil ich weiß das ich diese Berührung nie wieder spüren darf. Es sind nur wenige Zentimeter zwischen uns; sie zu überwinden, würde so wenig Kraft, aber so viel Mut verlangen.
Und dann kommt dieser Moment in dem du realisierst, dass manche Dinge einfach nie wieder so werden, wie sie einmal waren. Es gibt Momente, die ändern das Leben für immer. Es ist verrückt, wie sich alles von einem Moment auf den anderen ändern kann. In einen Moment alles erträglich und im anderen bricht alles in sich zusammen. Deine Welt steht Kopf und du weist nicht mehr, wie du Luft bekommen sollst. Lächeln. Vorgeben das alles irgendwie in Ordnung ist. Es geht alles nicht mehr. Alles was du in diesen Moment willst ist aufzuhören zu atmen. Aufhören zu existieren. Frei sein.

“Die Hälfte vom Bett ist immer noch deine.”

Wie manche Menschen einfach so in unser Leben platzen, dem plötzlichen Regen gleich, der uns mit jedem Sommergewitter wieder aufs Neue überrascht. Wie man die einen mit einem lauten Knall aus dem eigenem Leben katapultiert, während man die anderen stillschweigend ziehen lässt und sie daraufhin Tag für Tag vermisst oder auch nicht. Wie einige offenbar eine einmalige Gastrolle spielten, da sie danach nie mehr wieder im eigenen Leben auftauchen, andere jedoch auf einmal wieder vor einem stehen – und man es kaum glauben kann. Wie »wir« so vieles heissen kann und hin und wieder auch fast gar nichts, wie Bande sich knüpfen, verknoten oder lösen, wie unvorhersehbar das Leben so spielt.14009932_1673154579671199_230749024_n

Du hast mich nie gefragt. Nein, das hast du nie. Kein einziges, leise »einmal ist keinmal« flüsterndes, einzelnes alleinstehendes Mal. Lächelnd angesehen hast du mich und daraufhin theatralisch geseufzt. Mir sanft mit den Fingern über die Wange gestrichen und dabei weggesehen. Dein Blick ging auf Reisen in aller Herren Länder, ein jedes Mal, wenn
ich über unser Später sprach – und ob es denn wohl eins gab. Unser »Später«. Wir hatten nicht einmal wirklich ein Jetzt. Du hast tatsächlich nie irgendetwas in Frage gestellt. Weder in Frage noch in Abrede. Weder genickt hast du, noch den Kopf geschüttelt. Manchmal schien es, als seist du gar nicht da. Gar nicht erst aufgetaucht zum vereinbarten Zeitpunkt. Es gibt Tage, da würde ich so gerne wissen wieso nicht, möchte ich herausfinden, weshalb da keine Fragen waren, keine Zerwürfnisse, keine Zweifel. Warst du dir meiner dermassen sicher? Hätte ich mehr Fragen stellen sollen? Mehr als eh schon, mehr als genug? Wieso verrät einem eigentlich niemand je, was man richtig gemacht hat und was nicht. Wo zur Hölle ist die elende Gebrauchsanleitung für dieses Leben?

Der Verlust eines geliebten Menschen, ist auch ein Stück Verlust von sich selbst.

Es ist wie es ist. Du bist fort – nicht mehr bloß dein Blick, sondern alles andere auch – und ich trage sie noch immer als Fragezeichen mit ungewöhnlich fetten Punkten in mir. All die bockigen Abers und schnoddrigen Weshalbs, die uns im Weg lagen wie Geröll, wie Müll, wie halb versteckte Wurzelballen auf Waldwegen, die einen straucheln lassen. Weil sie es nun mal eben besser wissen. Womöglich wusstest auch du es nun mal eben besser, denn du hast mich nie gefragt. Damals, als du noch sowas wie da warst. Ob ich dich liebte?

Ja, verdammt – das tue ich.

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Du bist mein Frieden.